Escrow und Title Company — die erste Zeit nach dem Vertragsabschluss
Escrow und Title Company — die erste Zeit nach dem Vertragsabschluss
Sie haben den Kaufvertrag unterschrieben, der Verkäufer hat gegengezeichnet — und jetzt? In Deutschland würde der Notar die Abwicklung übernehmen. In Florida gibt es diese Funktion so nicht. Stattdessen arbeitet der gesamte Immobilienmarkt mit einem Treuhänder-System, das für deutsche Käufer zunächst ungewohnt ist, aber hervorragend funktioniert.
Die Title Company als neutraler Dritter
Sofort nach Vertragsunterzeichnung wird eine Title Company beauftragt — ein spezialisiertes Unternehmen, das weder für Käufer noch Verkäufer arbeitet, sondern als neutraler Treuhänder zwischen beiden Parteien steht. Sie eröffnet ein Escrow Account und nimmt darauf Ihr Earnest Money Deposit entgegen, also die Anzahlung, die Sie mit dem Vertrag zusagen. Das Geld ist dort geparkt, bis das Closing stattfindet oder der Vertrag rechtmäßig aufgelöst wird.
Was in den ersten 10 Tagen passiert
In den ersten Tagen nach Vertragsabschluss laufen mehrere Dinge parallel: Die Title Company beginnt mit der Title Search, einer rechtlichen Recherche zur Eigentumshistorie der Immobilie. Sie prüft Grundbucheinträge, offene Liens, ungeklärte Erbschaften, Versäumnisse bei Immobiliensteuern. Gleichzeitig müssen Sie Ihre Home Inspection organisieren, die HOA-Dokumente anfordern und die Hurrikan-Versicherung vorbereiten.
Ihre Rolle aus Deutschland
Von Deutschland aus müssen Sie in dieser Phase vor allem zwei Dinge liefern: den Wire Transfer des Earnest Money an die Title Company und die rechtzeitige Entscheidung, ob Sie die Home Inspection vor Ort oder per beauftragtem Inspector durchführen lassen. Wir koordinieren beides für Sie. Die Title Company schickt Ihnen die Wire-Instruktionen direkt, damit keine Manipulation durch Dritte möglich ist.
Warum das System funktioniert
Title Companies in Florida sind staatlich lizenziert und versichert. Ein Escrow-Konto ist rechtlich geschützt, darauf kann weder Käufer noch Verkäufer ohne vertragliche Grundlage zugreifen. Für Sie als DACH-Käufer bedeutet das: Sie übertragen Ihr Geld nicht an eine der Verhandlungsparteien, sondern an eine neutrale Instanz, die es erst freigibt, wenn alle Vertragsbedingungen erfüllt sind.
